Sie leiden an Unterschenkelgeschwüren (Ulcus cruris)?

Erfahren Sie welche Arten von Unterschenkelgeschwüren (Ulcus cruris) es gibt und was Sie dagegen tun können.

Unterschenkelgeschwür (Ulcus cruris) Therapie

In der Medizin nennt man eine chronische Wunde, die einen tiefliegenden Schaden an der Haut und Schleimhaut aufweist, Ulcus oder Ulkus. Meist bekommt man eine solche Wunde durch eine Einwirkung von außen oder durch Grunderkrankungen, die im Körper entstehen. Ulcus cruris ist eine Form davon und wird auch Unterschenkelgeschwür oder „offenes Bein“ genannt.

Eine erfolgreiche Behandlung kann nur gelingen, wenn sich der Patient wohl fühlt. Daher werden in der Wundambulanz Burgenland Behandlungen von Unterschenkelgeschwüren ausschließlich von erfahrenen und mitfühlenden Ärzten, Ärztinnen, Wundmanagern und Wundmanagerinnen durchgeführt. Zögern Sie nicht, uns zu kontaktieren, sobald Sie Fragen zur Ulcus Cruris Therapie haben!

Es gibt verschiedene Formen von Unterschenkelgeschwüren. Im Folgenden stellen wir Ihnen die häufigsten Arten vor.

Ulcus cruris venosum: venöse Blutstauung

Dieses Unterschenkelgeschwür entsteht durch einen Blutstau in den Venen. Bei 60-80% aller Unterschenkelgeschwüre handelt es sich um diese Art. Im Volksmund spricht man hier auch oft von einem „offenen Bein“. Weil Venenklappen nicht richtig funktionieren, staut sich das Blut im Bein. Es bleibt zu viel Gewebeflüssigkeit in der Haut und dadurch entstehen Wassereinlagerungen. Diese werden auch Ödeme genannt.
Eine fachgerechte Behandlung ist hier unumgänglich, da sich sonst die Haut verfärben kann, Gefühlsstörungen entstehen, die Haut sich verhärtet oder sogar weitere Wunden entstehen.

Ulcus cruris lymphangiosum: Abflussstörungen der Lymphe

Wesentlich seltener als der Blutstau in den Venen (Ulcus cruris venosum), tritt eine Abflussstörung der Lymphe (Ulcus cruris lymphangiosum) auf. Wenn diese Art von Unterschenkelgeschwür allerdings nicht fachgerecht und schnell behandelt wird, kann es zu einem Stau in den Venen führen. Unter Ulcus cruris venosum kann man bereits ab der Geburt leiden, wenn beispielsweise Klappen im Lymphsystem fehlen. Andere Ursachen sind zum Beispiel entzündete bzw. infizierte Lymphgefäße, die durch das Entfernen von Lymphknoten den Abfluss stören. Auch Vernarbungen und Tumore können eine Abflussstörung herbeiführen. Weiters kann auch ein nicht, oder schlecht behandeltes Ödem das Lymphsystem langfristig beschädigen. Durch geschädigte Lymphgefäße funktioniert der Pumpvorgang nicht mehr richtig und dadurch entstehen mehr Ödeme am Bein.
Das Wichtigste ist, diesen Blutstau mit Hilfe einer ärztlichen Diagnose rechtzeitig zu erkennt und dann sofort mit der passenden Therapie zu beginnen.

Ulcus cruris arteriosum: arterielle Blutstauung

Wenn die Durchblutung der Arterien gestört ist, entsteht Ulcus cruris arteriosum. Speziell in den letzten Jahren ist dieses Krankheitsbild immer häufiger aufgetreten. So werden zirka 5 – 10 % eines Unterschenkelgeschwürs durch Durchblutungsstörungen verursacht. Es kann auch sein, dass Durchblutungsstörungen gemeinsam mit venösen Ödemen, lymphangiösen Ödemen oder einem Diabetischen Fußsyndrom auftreten. Meistens handelt es sich um Ablagerungen (Plaques) in den Blutgefäßen (Arterien) der Beine und Füße. Dabei verengen oder verschließen sich Gefäße und das Gewebe wird nicht mehr gut oder gar nicht durchblutet.
Die verringerte Durchblutung kann zu Haut- und Gewebeveränderungen und Unterschenkelgeschwüren führen. Häufig betroffen sind Nagelbett, Nägel, Zehenendglieder, Außenseite des Fußrandes, Ferse und die Streckseite des Unterschenkels. Bei arteriellen Durchblutungsstörungen gibt es verschiedene Arten der Therapie. Der Grundstein für eine erfolgreiche Behandlung ist immer eine rechtzeitige ärztliche Diagnose.

Sie haben ein Unterschenkelgeschwür (Ulcus cruris) und möchten die Wunde fachgerecht versorgen? In der Wundambulanz Burgenland behandeln Sie ausschließlich Ärzte und Ärztinnen bzw. ausgebildete Wundmanager und Wundmanagerinnen. Wenn Sie mehr über die Therapie von Unterschenkelgeschwüren erfahren wollen, kontaktieren Sie uns einfach.

Welche Risikofaktoren gibt es?

Hier zeigen wir Ihnen einige Risikofaktoren, die ein Unterschenkelgeschwür herbeiführen können:

  • Bluthochdruck
  • Rauchen
  • Stress
  • Diabetes mellitus
  • Geschlecht (Männer sind häufiger betroffen)
  • Bewegungsmangel
  • Kleidung (einschnürende Strümpfe, Socken)
  • Übergewicht
  • genetische Faktoren (Vererbung)
  • ungesunde Ernährung
  • erhöhte Blutfette

Was können Sie selbst gegen Unterschenkelgeschwüre tun?

Lesen Sie sich die folgenden Tipps gut durch. Es gibt einige Maßnahmen, durch die Sie Unterschenkelgeschwüre verhindern, oder den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen können.

  • Trinken Sie viel Wassen oder Tee, sofern es keine gesundheitlichen Gründe gibt, dies nicht zu tun. Etwa 1-2 Liter pro Tag sind ausreichend.
  • Halten Sie Ihre Füße warm und trocken.
  • Tragen Sie keine engen Schuhe.
  • Tragen Sie keine engen Socken oder Strümpfe.
  • Pflegen Sie Ihre Füße und Zehen sorgfältig.
  • Ziehen Sie sich täglich frische Socken an.
  • Kontrollieren Sie regelmäßig Ihre Füße und die Zwischenräume der Zehen.
  • Vermeiden Sie, barfuß zu gehen. Sie senken so Ihre Verletzungsgefahr.
  • Versuchen Sie regelmäßig Sport/Bewegung zu machen.
  • Senken Sie Ihren Bluthochdruck.
  • Vermeiden Sie direkte Hitzeeinwirkungen.
  • Nehmen Sie Ihre vom Arzt verordneten Medikamente regelmäßig ein.
  • Hören Sie mit dem Rauchen auf. Das Risiko einer Beinamputation verringert sich so um das Zehnfache.
  • Vermeiden Sie übermäßigen Stress. Stresshormone beeinflussen die Gefäße negativ.
  • Achten Sie bei Diabetes auf eine gute Einstellung des Blutzuckers.
  • Erhöhen Sie bei Ödemen in den Beinen beim Schlafen das Beinende um etwa 15 Zentimeter.
  • Besuchen Sie bei häufig auftretenden Durchblutungsstörungen regelmäßig des Arzt Ihres Vertrauens.